Futterpflanzen

Die Gewöhnliche Vogelmiere (Stellaria media)

auch Vogel-Sternmiere oder Hühnerdarm genant, ist eine Pflanzenart der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Die Gewöhnliche Vogelmiere ist ein Kosmopolit, das heißt über die gesamte Welt verbreitet. Die Anpassungsfähigkeit resultiert aus dem meist polyploiden Chromosomensatz und äußert sich auch im Formenreichtum der Sippe. Das weit verbreitetes Unkraut kann aber auch als Wildgemüse und Heilpflanze verwendet werden. Auch bekannt unter dem Namen " Mairisch " gilt als das beste Aufzucht und Grünfutter für alle körnerfressenden Vogelarten. Man findet sie fast das ganze Jahr über in Gärten, Äckern und Brachland. Sogar im Winter, bei schneefreien Perioden und Temperaturen über 0´C, setzt die Pflanze ihr Wachstum fort. Die Vogelmiere in Blumentöpfen in die Voliere stellen, wenn sie abgefressen ist, Topf in den Garten oder  auf die Fensterbank stellen, bis sie wieder austreibt.

 

 

Der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) ist eine bis zu 100 cm hohe krautige Pflanze aus der Familie der Rosengewächse. Die Samen sind für Wildvögel, Kanarien und exot.Körnerfresser geeignet.  Man findet sie von Juni - bis August auf Wiesen, Brachland und an Feldgräben. Zum Verfüttern streift man die Samenbällchen mit der Hand ab und gibt sie in den Futternapf. Bällchen etwas aufschneiden. Sie können durch Einfrieren das ganze Jahr verfüttert werden.

 

Die Nachtkerzen (Oenothera) ist eine Pflanzengattung der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Sie besteht aus über 120 Arten. Die Gemeine Nachtkereze findet man auf steinigen und sandigen Böden, an Bahndämmen und Schuttplätzen. Sie blüht vor allem in der Dämmerung und in der Nacht. Daher hat sie auch ihren Namen. Höhe bis 1,5m. Sie bildet große schotenähnliche Samenkapseln Die Samen reifen im August und sind halbreif und reif ein gutes Futter für unsere heimischen Finken. Zur Fütterung hängt man die Samenstäne einfach in die Voliere, damit sie von den Vögeln ausgefressen werden können.

 

Mädesüß (Filipendula) ist eine Gattung in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Gattung umfasst zehn Pflanzenarten, die alle aus den nördlichen, gemäßigten Zonen stammen. Die meisten Mädesüß-Arten sind eindrucksvolle hochwüchsige mehrjährige krautige Pflanzen, die nicht immer standfest bleiben. Das Riesen-Mädesüß (Filipendula kamtschatica), das in Kamtschatka und Nord-Japan beheimatet ist, kann Wuchshöhen von bis zu 3 Metern erreichen. Die Mädesüß-Arten fühlen sich am wohlsten in feuchtem, aber durchlässigem Boden an sonnigen oder halbschattigen Plätzen. Der Name Mädesüß stammt nicht von "Mädchen süß" sondern von "Met-Süß". Die alten Germanen würzten ihren Honigwein oft mit Mädesüß. Dabei profitierten sie von der Heilwirkung der Pflanze, die den Wirkstoff Salicylaldehyd enthält, im ätherischen Öl in Gehalten bis zu 75 %. Eventuelle Kopfschmerzen als Folge des Alkoholgenusses wurden dadurch unterdrückt. Mädesüß gehörte zu den drei heiligen Pflanzen der keltischen Druiden. Auch bekannt unter dem Namen "Spierstaude" und "Wiesenkönigin". Die Samen zählen zum besten Eingewöhnungsfutter für Gimpel, besonders für Jungvögel. Lieblingsfutter des Gimpel und des Birkenzeisigs. Die halb - bzw. reifen Samen lassen sich durch Einfrieren konservieren. Das Mädesüß ist von Juli - September auf Feuchtwiesen, Entwässerungsgräben und Bachufern zu finden.


 

Der Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis) ist eine formenreiche Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die ausdauernde, krautige Pflanze wird bis zu 70 Zentimeter hoch. Ihre saftigen Pflanzenteile enthalten Milchsaft. Aus der fleischigen Pfahlwurzel wächst der glatte, oben leicht angeschwollene Stängel, der innen hohl ist. Die ihn umgebenden, bis zu 50 Zentimeter langen, grasartigen Blätter sind halb stängelumfassend, schmal linealisch und spitz zulaufend. Die Mitte des Blattes durchquert der Länge nach ein weißlicher Streifen. Häufig sind die Blätter ab der Mitte abwärts gebogen oder geknickt. Die Pflanze blüht von Mai bis Juli. Ihre Blütenstände öffnen sich etwa um acht Uhr und schließen sich um die Mittagszeit wieder. Sie werden vor allem von Käfern und Fliegen bestäubt. Die Blütenkörbchen der Pflanze sitzen auf relativ langen, kahlen, beblätterten, blattachselständigen Stielen, die sich zum Köpfchen hin nicht oder nur schwach verdicken. Die je nach Unterart vier bis zu sieben Zentimeter großen Blütenköpfchen setzen sich aus gelben Zungenblüten zusammen und werden von acht spitzen Hüllblättern eingefasst, die bei der Nominatform T. p. ssp. pratensis etwa so lang sind wie die Zungenblüten und über dem Grund eingeschnürt. Besonders die inneren Hüllblätter sind durch Haare meist russig-schwärzlich. Charakteristisch sind die an der Spitze braun-violetten Staubblätter, die dem Köpfchen ein gesprenkeltes Aussehen verleihen. Die abgeblühten, welken Zungenblüten aus den zusammengefallenen Hüllblättern ragen wie ein „Ziegenbart“ aus der ehemaligen Blüte. Dies gab der Pflanze ihren Namen. Die (inklusive Schnabel) 15 bis 25 Millimeter langen, randlich glatten Früchte des Wiesen-Bocksbarts sind lang geschnäbelt. Der fedrige Pappus daran dient als Flugorgan und verleiht der aussamenden Pflanze das für viele Korbblütler typische „Pusteblumen“-Aussehen. Die Samenstände, insbesondere die halbreifen, sind ein Lieblingsfutter für Stieglitze und gimpelartige Vögel. Man findet die Pflanze auf nährstoffreichen, lehmigen Wiesenböden und Bergwiesen. Reifezeit Mai - August. 

 

Der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia) stellt eine Gruppe äußerst ähnlicher und stark verwandter Pflanzen in der Gattung Löwenzahn (Taraxacum) aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) dar. Meist werden diese Pflanzen einfach als Löwenzahn bezeichnet.Der Löwenzahn ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 10 und 30 cm erreicht und in allen Teilen einen weißen Milchsaft enthält. Seine bis zu 1 m (selten auch bis 2 m) lange, fleischige Pfahlwurzel ist außen dunkelbraun bis schwarz. Sie geht in eine kurze, stark gestauchte Sprossachse über, auf der die Blätter dicht in einer grundständigen Rosette stehen. Nach einer Verletzung des Vegetationspunktes regeneriert sich die Pflanze aus der Wurzel und bildet dann meist mehrere Blattrosetten. Die 10 bis 30 cm langen Blätter sind eiförmig bis eilanzettlich, unregelmäßig stark gelappt und tief eingeschnitten und gezähnt. Einschnitte und Zähne sind von der Basis bis zu etwa 2/3 der Länge stark, weiter zur Blattspitze häufig geringer ausgeprägt. Den Blattachseln entspringen meist mehrere, bis zu 50 cm lange Blütenstandsstiele. Jeder ist eine blattlose, außen schwach befilzte, hohle Röhre. An ihrem oberen Ende stehen dicht spiralig verteilt 30 bis 40 abstehende Hochblätter, die bald austrocknen. Darüber bildet ein Wirtel aus Hüllblättern einen anfangs geschlossenen Schutz um die Blütenstandsknospe. Die Hüllblätter öffnen und schließen sich schützend mit dem Blütenstand und bleiben bis zur Fruchtreife grün. Der Blütenstand ist eine Scheinblüte, in dem viele gelbe Zungenblüten zu einem tellerförmigen Körbchen von etwa 3 bis 5 cm Durchmesser zusammengefasst sind. In ihm öffnen sich die Einzelblüten ringförmig von außen nach innen. In der mehrere Tage währenden Blütezeit schließt sich der Blütenstand jeweils bei Nacht, Regen, oder Trockenheit und schließlich beim Verblühen. Nach mehreren Tagen öffnen sich die Hüllblätter letztmalig bei Fruchtreife und entlassen zuerst die eingetrockneten und abgestoßenen Blütenhüllen der Zungenblüten. Die Früchte, schlank tonnenförmige, mit haarigen Flugschirmen (Pappus) ausgestattete Achänen, werden durch den Wind ausgebreitet (Schirmflieger). Der mit den Früchten besetzte Kopf des Blütenstandes ist die bekannte „Pusteblume“. In Mitteleuropa ist die Hauptblütezeit von April bis Mai. In deutlich geringerer Anzahl erscheinen Blüten auch noch bis in den Herbst.

 

Hirtentäschel (Capsella), auch Hirtentäschelkraut genannt, bildet eine Pflanzengattung in der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Der botanische Name kommt von lat. capsella, „kleine Tasche“. Die Arten der Gattung Hirtentäschel sind ein- bis zweijährige Kräuter. Sie besitzen Pfahlwurzeln, basale Blattrosetten und aufrechte Stängel, des Weiteren terminal dichtblütige Infloreszensen aber lockere Fruchtstände. Die Schötchen sind herzförmig, lang gestielt und spreizend abstehend. Es findet Insekten- oder Selbstbestäubung statt.Lieblingsfutter des Girlitz, wird aber auch von Kanarien, Zebrafinken, Buchfinken, Grünlingen und Dompfaffen genommen. Man erntet es in ganzen Bündeln und stellt diese bis zur Fütterung in Wasser. Das Hirtentäschel kann von Mai bis Oktober geerntet werden. Vorsicht! Der Standort sollte nicht fahrbahnnah sein, da die Pflanze dort von Pilzen befallen sein kann. Das Kraut sollte kräftig grün oder leicht rötlich überlaufen sein.

 

Der Krause Ampfer (Rumex crispus) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Knöterichgewächse. Man zählt ihn zudem zu den Hemikryptophyten. Seine Blüten werden durch Wind bestäubt. Auch die Früchte werden zumeist durch den Wind ausgebreitet. Die Samen können über viele Jahre keimfähig bleiben. Durch das geringe Vorkommen von Oxalsäure ist die Pflanze leicht giftig. Seine Wurzel wird aber in der Homöopathie gegen verschiedene Leiden eingesetzt. Der Krause Ampfer ist zudem circumpolar verbreitet und ist im gesamten eurasischen Gebiet zu finden. Er wächst an halbtrockenen bis teils überfluteten Ruderalstellen wie Wegränder oder Gräben, aber auch an Ufern von Gewässer und auf feuchten Äckern. Er ist in ganz Deutschland weit verbreitet.Die halbreifen Samen des Krausen Ampfers sind für die Gimpel - Aufzucht nahezu unentbehrlich. Werden auch von Kanarien, einheimischen Finken, Prachtfinken und Sittichen angenommen. Er wächst von Mai bis Juli zahlreich auf Brachland. Man schneidet die ganze Pflanze oberhalb der Wurzel ab und gibt sie in die Voliere.

 

Der Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa), auch Großer Sauerampfer oder nur Sauerampfer genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae) gehört. Er ist ein Wildgemüse. Bereits im Altertum verwendeten die Ägypter, Griechen und Römer Sauerampfer als Ausgleich für die zu reichliche Aufnahme von fetten Speisen bei ihren Festmahlen. Im Mittelalter war der Sauerampfer vor allem auf den britischen Inseln weit verbreitet. Man schrieb ihm eine fiebersenkende Wirkung zu. Außerdem war Sauerampfer den Seefahrern des Mittelalters bereits als Mittel gegen Skorbut bekannt. Die Samenkörner des Sauerampfers sind kleiner und dienen in freier Wildbahn dem Hänfling und den Birkenzeisig zur Jungenaufzucht. In der Vogelhaltung wird er an Kanarien, exot. Körnerfresser und Sittiche verfüttert. Bevorzugte Standorte sind Wiesen. In der Hauptreifezeit von Juni bis in den August hinein wird es zum Füttern gebündelt in die Voliere gehängt.

 

Der Breitwegerich (Plantago major) gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Er ist eine inzwischen weltweit verbreitete Pflanzenart und wächst an Straßen, Wegen, Plätzen, Weiden, Wiesen und Äckern. Andere Bezeichnungen für diese Pflanzenart sind: Breitblättriger Wegerich, Großer Wegerich, Wegebreit, Wegeblatt, Wegtritt, Wegetrene, Rippenblatt, Saurüssel, Mausöhrle, Arnoglosse, Ackerkraut. Es ist eine mehrjährige krautige Pflanze. Aus einem Rhizom wächst die Blattrosette mit löffelförmigen Laubblättern, die handtellergroß werden können. Aus der Mitte der Blattrosette wachsen die blattlosen, ährigen Blütenstände. Diese Pflanzenart ist sehr widerstandsfähig. Sie wächst auch in Pflasterritzen und auf häufig betretenen Rasenflächen. Je nachdem, wie häufig sie betreten wird, erreicht sie eine Wuchshöhe zwischen 3 und 25 cm. Der Breitwegerich ist wenig empfindlich gegen Salze und kann Dank seiner bis zu 80 cm langen Wurzel auch auf verdichteten Böden wachsen. Die Blütezeit ist Juni bis Oktober. Die Verbreitung erfolgt über die klebrigen Samen, die an Tierpfoten, Schuhen und Rädern haften. Durch seine großen Samenstände wird er als Futterpflanze vor den anderen Wegericharten bevorzugt. Von Juni bis Oktober sind die halbreifen und reifen Samen zu finden, die von europ. Finkenvögel, Ammern, Wachteln und Kanarien sowie exot. Körnerfressern und Sittichen verzehrt werden. Durch Einfrieren der Samenstände ist die Winterfütterung gewährleistet.  
Der Floh-Knöterich (Persicaria maculosa) (Syn.: Polygonum persicaria L., Persicaria maculata), oder auch Pfirsichblättriger Knöterich genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Bestäubt wird sie vor allem durch Insekten wie Fliegen, Hautflüglern und Faltern, doch es kann auch Selbstbestäubung vorkommen. Die langlebigen Samen keimen nur an Licht und werden durch den Menschen, durch Verdauung oder über das Wasser (schwimmfähige Samen) ausgebreitet. Er ist circumpolar verbreitet. Der Floh-Knöterich ist eine nährstoffsanspruchsvolle Pflanze (starker Stickstoffzeiger) und ist daher meist an vom Menschen beeinflussten Ruderalstellen zu finden. So kommt er auf feuchten Äckern, an Schuttplätzen, Halden, Wegrändern, oder Flussufern in ganz Mitteleuropa außer den Alpen häufig vor. Der Floh-Knöterich ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 20 bis 80 Zentimetern erreicht und meist halb-niederliegend oder aufrecht wächst. Die lanzettlichen Laubblätter sind vier- bis sechsmal so lang wie breit, sie haben meist einen dunklen Fleck. Seine Ochrea ist behaart und besitzt oberseits etwa 2 mm langen Wimpern. Der Blattstiel ist meist kürzer als halbe Breite des dazugehörigen Blattes. Die Blattspreite hat unterseits nie eine Filzbehaarung. Der Floh-Knöterich besitzt eine verzweigte Pfahlwurzel. Die zylindrisch-ährigen Blütenstände sind dichtblütig und etwa 6 bis 15 mm lang. Seine rötlichen oder grünen Blüten sind etwa 3 mm lang und überdecken sich halb dachziegelartig. Die Deckblätter der Blüten sind mit deutlichen Wimpern versehen. Die glänzenden Früchte sehen linsenartig aus, sind einseitig gewölbt oder dreikantig und sind reif dunkelbraun oder schwarz und 2 bis 3 mm lang. Gehört zum Lieblingsfutterpflanzen des Gimpel und anderen Europ. Finkenvögel. Man findet ihn an feuchten Standorten, wie Äckern, Uferböschungen oder sogar im Wasser. Die Samen werden halbreif oder reif an die Vögel verfüttert. Er Blüht weißlich bis rosa in der Zeit von Juni bis August  
Die Brennnesseln (Urtica) bilden eine Gattung in der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae) und gehören somit zu den Bedecktsamern (Magnoliophyta). In Mitteleuropa kommen vier Arten dieser Gattung vor. Brennnesseln sind krautige Pflanzen, selten auch Halbsträucher. Sie erreichen, je nach Art, Standort und Nährstoffsituation, Wuchshöhen von 10 bis 150 Zentimetern. Ihre Stängel sind zumeist unverzweigt und mit Brenn- sowie Borstenhaaren besetzt. Die auf der Oberseite ebenfalls behaarten, länglichen Laubblätter sind bis zu acht Zentimeter lang und von tiefgrüner Farbe, nach vorne zugespitzt, am Ansatz herzförmig und am Rande meist grob gezähnt. Innerhalb einiger Arten gibt es jedoch auch Vertreter mit glattrandigen Blättern, dieses Merkmal wird etwa bei der Pillen-Brennnessel (U. pilulifera) rezessiv vererbt. Diese glattrandigen Pflanzen ähneln dem Majoran und waren besonders im 18. Jahrhundert als „Spanischer Majoran“ Mittelpunkt einiger derber Scherze. Bei den meisten Arten sind die Blätter kreuz-gegenständig angeordnet und besitzen häufig kleine Nebenblätter in den Blattachseln. Hier stehen auch die Blüten. Die länglichen, in rispigen Blütenständen stehenden, winzigen bis kleinen, unauffälligen Blüten sind von weißer, gelegentlich blass-violetter Farbe und locken kleine Insekten als Bestäuber an. Die Blüten sind vorwiegend eingeschlechtig, enthalten also entweder die männlichen Staubbeutel oder einen weiblichen Fruchtknoten. Männliche und weibliche Blüten können je nach Art auf einer Pflanze (einhäusig = monözisch: u.a. Kleine Brennnessel, Pillen-Brennnessel) oder auf verschiedenen Pflanzen (zweihäusig = diözisch: Große Brennnessel) anzutreffen sein. Die Blüte selbst setzt sich meist aus vier Blütenhüllblättern (seltener können auch zwei bis fünf vorkommen) und einer ebenso großen Anzahl von Staubblättern zusammen. Der Fruchtknoten liegt zentral in der Blüte und wird von nur einem Fruchtblatt gebildet. Die Vermehrung erfolgt vorwiegend vegetativ über Rhizome, ansonsten sind die Pflanzen windbestäubend, wenn sich die männlichen Hüllblätter öffnen, schnellen ihre Staubblätter hervor; dabei wird explosionsartig eine Wolke von Pollen in die Luft geschleudert. Der Wind überträgt anschließend den Pollen auf die weiblichen Blüten. Die Brennnessel blüht von Juni bis Oktober. Die oval elliptischen Früchte sind ein bis 14 Millimeter groß und werden als Nüsschen bezeichnet.

 

Das Ruprechtskraut (Geranium robertianum), auch Stinkender Storchschnabel oder Stinkender Storchenschnabel genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae).
Es ist eine ein oder zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 50 cm erreicht. Sie wächst stark verzweigt, ist behaart bis glatt und strömt aufgrund ätherischen Öls einen starken unangenehmen Duft aus. Die drei- bis fünfteiligen handförmigen Laubblätter sind 3 bis 4 cm lang und 3 bis 7,5 cm breit. Die Blattstiele sind 1,8 bis 44 cm lang.
Die paarweise stehenden, kleinen Blüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf Kelchblätter sind 5 bis 7 mm lang. Die fünf rosafarbenen Kronblätter sind doppelt so lang wie die Kelchblätter. Die fünf Nektarien sind ringförmig verwachsen. Die violetten Staubbeutel sind 0,4 bis 0,6 mm lang. Die Narben sind rosafarben.
Die Blütezeit reicht von April bis in den Herbst hinein. Die Blüten sind meist vormännlich und werden vor allem durch Bienen bestäubt.
Die Spaltfrucht ist 1,9 bis 2,3 cm lang.
Das Ruprechtskraut ist eine häufig vorkommende Storchschnabelart in Europa, Asien und Nordafrika. Hauptlebensraum sind schattige, stickstoffreiche Standorte, oft auf Geröll. Es ist bis in eine Höhenlage von 1500 Meter zu finden.
Ruprechtskraut wurde auch in andere Klimazonen als Gartenpflanze importiert. So findet man es beispielsweise rund um San Francisco, Kalifornien. Im US-Staat Washington wird es mittlerweile sogar als lästiges Unkraut angesehen. In Nordamerika ist es jedoch nur unterhalb von 100 Höhenmetern zu finden.
Von allen Storchschnabel-Arten wurde wahrscheinlich das Ruprechtskraut als erstes in den Gärten kultiviert. Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass sie häufiger als andere Storchschnabelarten für medizinische Zwecke verwendet wurde. Aufzeichnungen über die "Herba Roberti" gab es bereits im 13. Jahrhundert.
Heute ist das Ruprechtskraut im Garten eher selten, da es attraktivere Storchschnabelarten gibt. Da es jedoch auch von selbst im Garten auftaucht, wird es immer wieder als Zierpflanze geduldet.
Ruprechtskraut wurde in der traditionellen Volksheilkunde als Heilmittel bei Zahnschmerzen, Prellungen, Fieber, Gicht, Nieren- oder Lungenleiden, Herpes und Nasenbluten verwendet. Daher auch die Namensgebung zu Ehren des heiligen Ruprechts, davon wieder abgeleitet robertianum. Der Aufguss von der Pflanze wurde als Stärkungsmittel eingesetzt und galt auch als wirksam gegen Durchfall. Auf Wunden aufgelegt sagt man ihm antiseptische Wirkung nach. Aufgrund des eigenartigen Geruchs der zerriebenen Blätter wird es auch als mückenabwehrende Pflanze angesehen.